Wir schreiben Sonntag, den 03. Oktober 2011. Quatsch, es war ja Montag. Aus dem weit entfernten Leipziger Flachland kamen die Eutritzscherinnen trällernd daher mit dem Liedlein auf den Lippen „Steigt ei, steigt ei, mir fahrn in de Tschechei" und machten kurz Pause in Herold für ein kurzes Intermezzo. Ihnen brannte eine einzige wichtige Frage auf dem Herzen, die ihnen keine Ruhe ließ: Lebt denn der alte Holzmichel noch? Die Herolderinnen waren verwirrt – war das ernst gemeint? So sonnen sie über diese Frage nach und ließen die Gedanken schweifen... Der Baum hat Äste, das ist das Beste, denn wär er kahl, dann wär's ein Pfahl!
Endlich, nach einer halben Stunde Abtast-Gedankenschweif-Liederträller-Hitzeanpassungsphase, eröffnete Danapunzel die Partie, setzte sich auf ihrer Außenseite durch und legte quer zum südafrikanischen Laufwunder, die mit dem Rücken zum Tor stand. Doch das sollte für sie kein Problem sein, denn die kleinen südafrikanischen Jungs haben ihr jede Menge Tricks beigebracht. Also drehte sie sich und schoss den Ball einfach ins Tor. Sommer, Sonne, welche Pracht, so wurd' das 1:0 gemacht. Ein wenig später wurde Danapunzel erneut lang geschickt, diesmal von der Herolder Knipserin. Und sie lief und lief und dachte sich 'Man seid ihr alle bescheuert, warum läuft niemand mit? Verdammte Scheiße, da mach ich's halt allein' und hämmerte die Murmel mit voller Wut unter die Latte. "När net locker lossen!" "Denn de Tore, Tore, Tore, die sei gut, waar viel Tore schießt, nur schwer verlieren duud." So schallte es von der Trainerbank. Und weil die Herolderinnen aufs Wort gehorchen, schnappten sie sich direkt nach dem Anstoß der Leipzigerinnen den Ball und rumpeldipumpel – weg war der Kumpel. Danapunzel legte wieder quer zum südafrikanischen Laufwunder, die diesmal am zweite Pfosten wartete und nur den Fuß hinhalten brauchte.
Langsam lief's und so gings auch nach der Pause weiter. Nur nun stellt euch mal die Hitze vor, wenn im Walde steht ein Ofenrohr. Mit anderen Worten – die Mädels waren heiß!!! Und so schickte die Herolder Knipserin Fräulein Hegge lang in die Gasse, die sich die Kugel erlief und links an der Torfrau vorbei ins kurze Eck schob. Soll heißen: JAAAA er lebt noch, stirbt nicht! Hockt euch schnell wieder hin. Denn es dauerte nicht lang, da führten die Leipzigerinnen einen Konter durch. Die Herolder Torfrau parrierte zwar den ersten Schuss, doch war die Verteidigung noch nicht ganz vollzählig vorhanden, um den Nachschuss zu verhindern, der schließlich im Tor landete. Da guckten sich die Mädels betröppelt an und dachten sich Ei - ja, ei - ja, ich Vuchel war lahm... Da wurde es stille. Doch aus der Ferne hörte man ein leises Klopfen. Ist das nicht? Doch es ist...! Ecke und dann: Glückauf, Glückauf! Der Steiger kommt und sie hat ihr helles Licht angemacht und steigt zum Kopfball empor und knallt ins Tor hinein, ins Tor hinein.
Und Fazit der Geschicht: Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei, weil mer Arzgebirger sei! Und eine Runde weiter gehts :)
Spitznamenlektion:
Danapunzel – Dana Loschke, kreativer Vergleich zum Rapunzel aufgrund ihrer Haarpracht (siehe Grimms Märchen)
südafrikanisches Laufwunder – Sarah Brandt, abgeleitet von ihrer Laufbereitschaft und ihrem Auslandsaufenthalt kürzlich
Knipserin – Kathy Weigel, Synonym für ihre Torquote bzw. ihre Scorerpunkte
Fräulein Hegge – Verena Heeg, gern genutzte kreative Abwandlung des Nachnamens durch den T-Rainer
Der Steiger – Ines Haase, da sie wie im Bilderbuch zum Kopfball steigt












